Ihre Familie ist seit Jahrzehnten im Reifengeschäft tätig. Wie hat sich das Unternehmen im Laufe der Jahre entwickelt?
Timo Saari: Unser Unternehmen geht auf das Jahr 1945 zurück, als mein Großvater einen kleinen Reifenhandel kaufte. Später stieg mein Vater in das Geschäft ein, und heute arbeite ich gemeinsam mit meinen Eltern. Ein Familienunternehmen zu führen ist sowohl erfüllend als auch herausfordernd. Der Markt ist sehr wettbewerbsintensiv. Früher waren wir ein Full-Service-Reifenunternehmen mit sechs Mitarbeitern, doch 2016 haben wir den Großteil des Geschäfts verkauft. Seitdem konzentriere ich mich auf unseren Webshop, Nischenprodukte im Bereich Offroad-Reifen sowie auf Marketingaktivitäten, einschließlich Social Media.
Welche Erfahrungen haben Sie in der Zusammenarbeit mit chinesischen Reifenherstellern gemacht?
Timo Saari: Ich habe sowohl sehr positive als auch sehr schwierige Erfahrungen gemacht. In einigen Fällen nahm die Produktqualität mit der Zeit ab, und die Lieferanten weigerten sich, Verantwortung zu übernehmen. Nach Jahren der Zusammenarbeit habe ich die Geschäftsbeziehung mit einem Hersteller beendet, weil die Zahl der Kundenbeschwerden zunahm und ich Produkte auf eigene Kosten ersetzen musste. Diese Erfahrung hat mich bei der Auswahl von Geschäftspartnern deutlich vorsichtiger gemacht. Mein Rat an andere Händler lautet, mit vertrauenswürdigen Unternehmen zusammenzuarbeiten und Produkte nach Möglichkeit persönlich zu prüfen. Minderwertige Produkte können erhebliche finanzielle Verluste verursachen. Gleichzeitig bietet China Chancen, insbesondere bei spezialisierten Produkten und individuellen Felgendesigns, deren Herstellung in Europa deutlich teurer wäre.
„Mein Rat an andere Händler lautet, mit vertrauenswürdigen Unternehmen zusammenzuarbeiten und Produkte nach Möglichkeit persönlich zu prüfen. Minderwertige Produkte können erhebliche finanzielle Verluste verursachen.“
Wie sehen Sie die Zukunft des Marktes, insbesondere im Hinblick auf Zölle auf chinesische Produkte?
Timo Saari: Zölle sind ein schwieriges Thema, weil viele spezialisierte Reifen in China hergestellt werden. Wenn die Preise weiter steigen, könnte es sehr schwierig werden, diese Produkte zu verkaufen. Deshalb konzentriere ich mich zunehmend auf Premium-Felgen und Nischenprodukte mit unverwechselbarem Design und höheren Qualitätsstandards. Ich möchte nicht länger hauptsächlich im Niedrigpreissegment konkurrieren. Kunden erkennen und schätzen Qualität – und genau in diese Richtung möchte ich mein Unternehmen weiterentwickeln.