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Elektromobilität zwischen hohen Kraftstoffpreisen und Förderprämie

08.06.2026

Elektromobilität bleibt für Pkw-Halter und Autokäufer in Deutschland ein wichtiges Thema. Der Weg zum batterieelektrischen Fahrzeug (BEV) fällt jedoch unterschiedlich aus. Die Ergebnisse des DAT Reports 2026 zeigen, dass persönliche Erfahrungen mit E-Fahrzeugen eine entscheidende Rolle bei der Bereitschaft zum Umstieg spielen.

Lesedauer: 2 Minuten

Erfahrung mit E-Autos erleichtert den Umstieg

Laut DAT Report können sich rund 40 % der Pkw-Halter den Wechsel zu einem rein batterieelektrischen Fahrzeug vorstellen. Nach einem Rückgang in den beiden Vorjahren nimmt das Interesse damit wieder zu. Gleichzeitig lehnt etwa ein Drittel der Befragten (34 %) einen Umstieg weiterhin klar ab.

Anders stellt sich die Situation bei Personen dar, die bereits Erfahrungen mit einem E-Fahrzeug gesammelt haben. Von ihnen können sich mehr als die Hälfte (51 %) einen Umstieg vorstellen. Lediglich 17 % – und damit nur halb so viele wie im Durchschnitt aller Pkw-Halter – schließen diesen Schritt aus. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass praktische Erfahrungen mit BEVs viele Vorbehalte relativieren.

Vorbehalte gegenüber Elektromobilität

Erstmals wurden für den DAT Report die Bedenken von Pkw-Haltern erfasst und den tatsächlichen Erfahrungen von BEV-Besitzern gegenübergestellt. Die größten Vorbehalte betreffen die Nutzung von Elektrofahrzeugen. Rund zwei Drittel der Pkw-Halter (67 %) befürchten, mit einem BEV liegen zu bleiben. Ebenfalls weit verbreitet ist die Sorge vor Batteriebränden: Fast zwei Drittel (65 %) äußerten entsprechende Ängste. 

Auch finanzielle Aspekte spielen eine wichtige Rolle. So befürchten 70 % der Befragten hohe Reparaturkosten bei Elektrofahrzeugen. Darüber hinaus äußern 72 % Bedenken hinsichtlich des Wiederverkaufswerts eines BEV – insbesondere vor dem Hintergrund technologischer Weiterentwicklungen und möglicher Unsicherheiten bezüglich der Batterielebensdauer.

Grafik: Bedenken von Pkw-Haltern hinsichtlich BEV und E-Mobilität 2025

Das Meinungsbild der BEV-Besitzer, die ihr Elektrofahrzeug im Durchschnitt seit knapp drei Jahren nutzen, fällt differenziert aus. Fast drei Viertel (74 %) bestätigen, dass Witterungseinflüsse die Reichweite spürbar beeinträchtigen. Zudem empfinden 67 % die weiterhin bestehende Preis-Intransparenz an Ladesäulen als ärgerlich. Gleichzeitig zeigen sich die Nutzer sehr zufrieden mit der Technologie ihrer Fahrzeuge: Rund 80 % schätzen insbesondere das ruhige und geräuscharme Fahrerlebnis.

Grafik: Erfahrung von BEV-Besitzern 2025

Förderprämie beeinflusst Kaufentscheidung nur begrenzt

Interessant ist in diesem Zusammenhang das Verhalten der Personen, die aktuell einen Fahrzeugkauf planen. Etwa die Hälfte dieser Kaufinteressenten empfindet die Entscheidung für eine bestimmte Antriebsart derzeit als schwierig. Deutlich relevanter als die Förderprämie sind jedoch die gestiegenen Kraftstoffpreise. Diese haben knapp 60 % der Neuwagenkäufer und etwas mehr als 40 % der Gebrauchtwagenkäufer dazu veranlasst, sich intensiver mit Elektromobilität auseinanderzusetzen. 

Zwar können 80 % aller Kaufinteressenten der Förderprämie mindestens einen positiven Aspekt abgewinnen, gleichzeitig nennen 75 % mindestens einen Kritikpunkt. Am häufigsten wird die soziale Komponente der Förderung positiv bewertet. Ebenfalls häufig genannt wird der finanzielle Anreiz beim Kauf eines BEV.

Grafik: Sicht der Okw-Kaufplaner auf staatliche Förderprämie

Auf der anderen Seite kritisieren viele Befragte, dass Gebrauchtwagen nicht gefördert werden. Fast ebenso häufig wird bemängelt, dass erhebliche staatliche Mittel einer vergleichsweise kleinen Käufergruppe – den privaten Käufern neuer Elektrofahrzeuge – zugutekommen. Darüber hinaus werden die verpasste Chance einer Vergünstigung von Ladestrom sowie eine möglicherweise komplizierte Antragstellung als Kritikpunkte genannt.

„Elektromobilität hat ihren festen Platz innerhalb der Antriebsarten. Um diesen Weg aber noch gezielter zu beschreiten, braucht es einerseits mehr tatsächliche E-Erfahrung, andererseits vor allem Transparenz bei den Preisen an der Ladesäule und generell eine gute Ladeinfrastruktur. Die Lösung liegt aus unserer Sicht darin, Probefahrten mit einem E-Auto zu vereinfachen, damit der Umstieg nicht zum Abwarten wird, sondern zur persönlichen Perspektive“, kommentieren die Autoren des DAT Reports, Uta Heller und Dr. Martin Endlein.

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