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Text: Tony De Mesel
Für Roel Geraerts ist „Vom Limburger zum Weltbürger“ mehr als nur ein Slogan – es ist Realität. Als Oldtimer-Liebhaber und inspirierter Unternehmer hat er sein eigenes Konzept namens Car Cave entwickelt. Car Cave hat seinen Ursprung in Limburg/Belgien, wurde aber inzwischen auch in den Vereinigten Staaten, Polen und Zypern eingeführt. Aus Car Cave gingen zudem MIYO und GOAT hervor.
Alles begann in Hasselt
Roel Geraerts erklärt, wie alles begann: „Als Oldtimer-Liebhaber musste ich damals zu meinem Bedauern feststellen, dass viele Autos zum Verkauf angeboten wurden, ohne dass ihre gesamte Geschichte und mögliche versteckte Mängel offengelegt wurden. Infolgedessen wird der Besitz eines Oldtimers oft zu einer Zeit voller Probleme, Frustrationen und unvorhergesehener Kosten. Die Geschichte eines Autos beschränkt sich nicht darauf, die Vorbesitzer zu kennen und zu wissen, woher das Auto stammt. Es ist auch wichtig zu wissen, wie und von wem das Auto gewartet wurde, welche Reparaturen durchgeführt wurden und wie eventuelle Restaurierungsarbeiten abliefen. Diese mangelnde Transparenz machte mir klar, dass es auf dem Markt eine Lücke für Autos mit einer klaren, fundierten und genauen Historie sowie einer hochwertigen Restaurierung gibt.“
Diese Erkenntnis inspirierte Roel Geraerts dazu, sich beruflich auf den Handel mit hochwertigen Oldtimern zu konzentrieren: „Wir haben vor elf Jahren in Hasselt vorsichtig angefangen, um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln würden. Nach drei Jahren des Ausprobierens war klar, dass wir das Konzept weiter ausbauen konnten, also zogen wir in diese großzügigen Räumlichkeiten in Zonhoven um. Der Name ‚Car Cave‘ stand im Zusammenhang mit unserer Vision.“
International
Das Car-Cave-Konzept ist mehr als nur ein Name. Autos werden angekauft und nach technischen Arbeiten oder einer Teil- bzw. Komplettrestaurierung wiederverkauft. Car Cave führt auch Reparaturen und Wartungsarbeiten durch.
„Für jedes Auto, das wir ankaufen, haben wir eine ‚Checkliste‘ erstellt, und das Durchgehen dieser Checkliste dauert leicht einen halben Tag. Auf dieser Grundlage wird das Auto bewertet und eine Liste aller erforderlichen Arbeiten erstellt. Das Ziel ist es, dass der potenzielle Kunde einen klaren Überblick über die durchgeführten Arbeiten erhält. Diese Arbeitsweise sorgt für Transparenz gegenüber dem potenziellen Kunden. Unsere Arbeitsweise ist zeitaufwendig. Deshalb sind wir nicht die günstigsten, aber wir stehen für Qualität, weshalb wir auch eine einjährige Garantie anbieten können. In der Praxis bedeutet dies, dass jedes Auto, das wir zum Verkauf anbieten, unserem Konzept und unseren Standards entspricht.“
„Car Cave“ ist eine eingetragene Marke und wird automatisch mit dieser spezifischen Arbeitsweise in Verbindung gebracht. Car Cave ist mittlerweile auch in den Vereinigten Staaten, Polen, Griechenland und Zypern tätig. Diese sozusagen ausländischen Unternehmen nutzen den Namen „Car Cave“ in Lizenz und verfolgen denselben hochwertigen und transparenten Ansatz. Seit Oktober letzten Jahres wird Car Cave in Belgien im Bereich „Supercars“ und „Klassiker“ von Tom Knaepen geleitet.
MIYO
Car Cave ist auf alle Oldtimer oder Youngtimer spezialisiert, die diesen Namen verdienen. Auffällig ist jedoch eine besondere Vorliebe für Lancia, genauer gesagt für das Fulvia Coupé, das von 1965 bis 1977 produziert wurde.
Ein weiteres Fahrzeug, das bei Car Cave besondere Beliebtheit genießt, ist der klassische Land Rover Defender, was sogar zur Gründung eines eigenen Labels namens MIYO geführt hat, das für „Make It Your Own“ steht.
„Vor etwa acht Jahren wandte sich ein amerikanischer Kunde an uns, um zwei technisch geprüfte Defender mit V8-Motoren zu kaufen“, erzählt Roel Geraerts. „Da wurde uns klar, dass es einen Markt für diesen Klassiker gab. So kamen wir auf die Idee, personalisierte Versionen auf Basis eines Defender V8 zu entwickeln und ihnen den Namen MIYO zu geben. Als Grundlage dient die Version mit kurzem (90er-Serie) oder langem (110er-Serie) Radstand. Das Spenderfahrzeug wird komplett zerlegt und neu aufgebaut. Besonderes Augenmerk wird auf den Leiterrahmen gelegt. Die elektrischen und elektronischen Systeme sind komplett neu. Der Innenraum wird nach den Wünschen des Kunden ausgestattet; dieser kann zudem die Karosseriefarbe, die Art der Räder, die Serienausstattung sowie eventuelle Sonderausstattungen wählen. Kurz gesagt: Das Endergebnis ist ein sogenanntes „Custom Car“ – im Wesentlichen ein personalisierter Defender, der in erster Linie als hochwertiges Freizeitfahrzeug mit einem ganz eigenen Charakter gedacht ist.“
Thierry Boutsen
Innerhalb von vier Jahren wurden mehr als dreißig MIYOs produziert. Der Kunde kann zwischen vier Basisversionen wählen. Der „Safari“, basierend auf den Modellen 90 und 110, ist eine vollständig offene Version mit einem Softtop. Der „Classic“ ist eine teilweise offene Version. Der „Nomad“ ist ein 110 mit festem Dach und aufrollbaren Seitenwänden. Schließlich eignet sich der „Urban“, der auf dem 90 basiert, dank seiner geschlossenen Karosserie und seiner kompakten Abmessungen am besten für den Alltagsgebrauch.
Die MIYOs sind in Belgien, den USA, Griechenland, Polen, Frankreich und Monaco erhältlich, wo Boutsen Classics – geleitet vom ehemaligen belgischen Rennfahrer Thierry Boutsen – den Vertrieb und den Service übernimmt.
Roel Geraerts sieht noch mehr Möglichkeiten für MIYO: „Bislang haben wir nur Fahrzeuge auf Basis des Defender V8 gebaut, aber bald werden wir auch den Td5 als Spenderfahrzeug nutzen – die Dieselversion mit Fünfzylinder-Motor. Eine weitere Option ist der Einbau des LS-Motors von General Motors in Defender. In Zukunft werden wir zudem maßgeschneiderte Geländewagen auf Basis des Toyota Land Cruiser auf den Markt bringen.“
Gemeinsam unterwegs
Oldtimer-Besitzer möchten oft eine Reise mit ihren Geländewagen unternehmen, haben aber nicht immer die Zeit, diese selbst zu organisieren. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, gründete Roel Geraerts vor vier Jahren GOAT (Greatest Of All Tours). Die Teilnehmer können eine „All-inclusive“-Tour in ihrem eigenen Auto genießen, ohne sich um die Route, die Unterkunft oder die Verpflegung kümmern zu müssen. GOAT kümmert sich um all das. Auf dem diesjährigen Programm steht eine Reise durch die Alpen, mit Cannes und Monaco als Höhepunkte.