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Folge #23

Vom Verbrenner zum E-Auto: Perspektivwechsel im Autohandel

14.04.2026

In dieser Podcastfolge spricht EV-Experte Sebastian Henßler mit Insider Georg Bruce Salinas über den Perspektivwechsel in der Automobilbranche: vom klassischen Verbrennergeschäft hin zur Elektromobilität. Anhand seiner eigenen Laufbahn zeigt Salinas, wie sich Einstellungen, Geschäftsmodelle und Kundenanforderungen verändern – und welche Chancen sich insbesondere für Autohäuser und Werkstätten im wachsenden E-Auto-Markt ergeben.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Herausgeber von Elektroauto-news.net

Bringt in fünf Minuten auf den Punkt, was man diese Woche rund um E-Autos & Co. wissen muss.

Georg Bruce Salinas

Georg Bruce Salinas

Automobilexperte

Georg Bruce Salinas ist seit fast zwei Jahrzehnten in der Automobilbranche unterwegs, war im klassischen Autohandel aktiv, unter anderem bei Volvo, später bei Nio und zuletzt im Bereich Ladeinfrastruktur tätig.

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Der Wandel zur Elektromobilität wird häufig über Technik diskutiert: Batterien, Reichweiten oder Ladeinfrastruktur stehen im Mittelpunkt vieler Debatten. Mindestens genauso spannend ist jedoch die Frage, wie sich dadurch die Perspektive von Menschen verändert, die seit Jahren im klassischen Automobilgeschäft arbeiten.

Ein Brancheninsider mit Perspektivwechsel

In der aktuellen Podcast-Folge spreche ich mit Georg Bruce Salinas, der seit fast zwei Jahrzehnten in der Branche aktiv ist. Seine beruflichen Stationen reichen vom klassischen Autohaus – unter anderem im Umfeld von Volvo – über seine Zeit bei Nio bis hin zu Tätigkeiten rund um Ladeinfrastruktur. Gerade dieser Weg macht ihn zu einem spannenden Gesprächspartner, denn seine eigene Haltung zur Elektromobilität hat sich im Laufe der Jahre deutlich verändert. 

Zu Beginn seiner Laufbahn stand Georg Elektroautos eher skeptisch gegenüber – eine Haltung, die im traditionellen Autohandel lange weit verbreitet war. Verbrenner dominierten den Markt, und Elektroautos wurden oft als Nischenprodukt gesehen. Viele Diskussionen drehten sich um begrenzte Reichweiten oder vermeintliche Alltagshürden.

Der Wendepunkt im Autohaus

Der Perspektivwechsel kam für ihn in dem Moment, als Elektromobilität plötzlich Teil des eigenen Geschäfts wurde. Während seiner Zeit bei einem Volvo-Händler kamen die ersten vollelektrischen Modelle ins Portfolio. Damit änderte sich die Situation im Autohaus schlagartig: Kunden wollten wissen, wie Laden funktioniert, welche Reichweiten realistisch sind und wie sich ein Elektroauto im Alltag verhält.

„Man wurde ein Stück weit gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Und wenn man das dann wirklich macht, merkt man schnell, dass da mehr dran ist, als man vorher gedacht hat.“

Neue Erkenntnisse und Chancen

Durch diese intensive Beschäftigung mit dem Thema entstand bei ihm ein deutlich umfassenderes Bild der Elektromobilität. Viele Vorbehalte relativierten sich, gleichzeitig wurden neue Chancen sichtbar – nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich. 

Genau darüber haben wir im Gespräch ausführlich gesprochen. Denn für Georg ist Elektromobilität längst nicht mehr nur ein Trend, sondern ein wachsender Markt mit neuen Anforderungen an Autohäuser und Werkstätten. Kunden bringen andere Fragen mit, erwarten neue Formen der Beratung und suchen Betriebe, die sich wirklich mit dem Thema auskennen. Wer diese Entwicklung früh erkennt, kann sich aus seiner Sicht klar im Markt positionieren.

„Die Händler und Werkstätten, die früh erkennen, dass da Kunden mit anderen Bedürfnissen sind und darauf eingehen, verschaffen sich schnell einen Vorteil.“

Neue Chancen im Servicegeschäft

Besonders interessant fand ich seine Perspektive auf den Servicebereich. Während viele klassische Wartungsarbeiten beim Verbrenner – etwa Ölwechsel oder bestimmte Verschleißteile – bei Elektroautos wegfallen, entstehen gleichzeitig neue Möglichkeiten im Aftersales-Geschäft.

Werkstätten, die gezielt Know-how rund um elektrische Antriebe aufbauen, können sich als spezialisierte Ansprechpartner etablieren. Dabei geht es nicht nur um technische Kompetenz, sondern auch um Vertrauen. Wenn Kunden wissen, dass ein Betrieb sich mit Elektroautos wirklich auskennt, entsteht schnell eine starke Bindung.

Gerade der Werkstattkontakt spielt dabei eine wichtige Rolle. Anders als bei einer Online-Anfrage oder einem digitalen Fahrzeugvergleich treffen Händler hier auf Kunden, die physisch vor Ort sind. Dieser Kontaktpunkt bietet viele Möglichkeiten für Beratung, Serviceangebote und langfristige Kundenbeziehungen.

Strategische Chancen für Autohäuser

Für Georg liegt darin eine strategische Chance für Autohäuser. Elektromobilität verändert zwar klassische Geschäftsmodelle, eröffnet aber gleichzeitig neue Möglichkeiten. Betriebe, die sich früh spezialisieren und Kompetenz aufbauen, können sich einen klaren Wettbewerbsvorteil sichern. Wer dagegen zögert oder das Thema weiterhin ablehnt, riskiert langfristig den Anschluss zu verlieren.

Seine eigene berufliche Entwicklung zeigt, wie stark sich die Perspektive verändern kann, wenn man sich intensiver mit dem Thema beschäftigt. Vom klassischen Autohaus über neue Mobilitätskonzepte bis hin zur Ladeinfrastruktur hat Georg verschiedene Blickwinkel der Branche kennengelernt – und damit auch verstanden, wie sich das Ökosystem rund um Elektromobilität entwickelt.

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Hören Sie „Fünf Minuten mit E-Mobilitätsexperte Sebastian Henßler“ auch hier: